Barschkeller Abschluss 2016

Das Jahr 2016 neigt sich schon wieder dem Ende zu.

Dieses möchte ich zum Anlass nehmen und mich auf diesem Weg ganz herzlich bei allen Kunden, Lieferanten, Freunden, der Familie und allen „Fischverrückten“ für das Vertrauen, die erfolgreiche Zusammenarbeit und den reibungslosen Ablauf zu bedanken!

Ich freue mich jetzt schon auf das Jahr 2017!

Birger Lessow

weihnachten-2016

 

Winterfest im Barschkeller 2016

Am Samstag den 26.11.16 ist es wieder soweit und das diesjährige Winterfest findet in der Zeit von 10.00 Uhr – 18.00 Uhr zum 11. mal im Barschkeller in Bielefeld statt!

Plakat zum herunterladen als .pdf  Winterfestplakat 2016

Achtung: Wir haben aufgrund von Vorbereitungen am Freitag den 25.11.16 geschlossen

Eine Liste des aktuellen Bestands zum Winterfest ist ab dem 20.11.16 online und dann hier zum herunterladen: Stockliste zum Winterfest.

Als Referenten haben wir dieses Jahr:

Thomas Lepel aus dem Cichlidenstadl mit dem Vortrag:  Cichlidensuche in Zaire, ein Wechselbad der Gefühle

und Erwin Bressmer (www.malawi-haus.de), der uns von seinen Efahrungen aus unzähligen Reisen an den Malawisee einen Eindruck vermittelt.

Lasst Euch bei allem anderen überraschen…!

Vielleicht sehen wir uns ja, wir würden uns freuen.

Euer Team vom Barschkeller

Der Barschkeller importiert jetzt eigenständig vom Malawisee

Wir hatten ja in der Vergangenheit des Öfteren über den Aquatreff in Meerbusch Cichliden aus Afrika mit importiert. Ein Dank an dieser Stelle an Thomas Engel! Als wir Ende letzten Jahres Kontakt zu einem Exporteur von Malawisee Cichliden in Afrika bekamen, dachten wir uns, dass die Zeit reif ist, diesen weiteren Schritt in der Barschkeller Historie zu gehen und selber als eigenständiger Importeur in Erscheinung zu treten. Allerdings ist von dem Gedanken bis zur ersten Durchführung einiges an Zeit ins Land gezogen und es stellte sich als nicht so einfach heraus, wie ursprünglich gedacht. Der Bürokratie und dem Verwaltungsdschungel in Deutschland sei Dank. Als die Hürden der ganzen Abwicklung überwunden waren, starteten wir nach etlichen Mails und Telefonaten dann im Mai den ersten „Test-Import“.

Alles was an lebenden Tieren am Frankfurter Flughafen landet, wird in der Animal Lounge abgefertigt.

Abholung in Frankfurt war der 06.05.2014

War das aufregend! Das erste Mal in eigener Verantwortung… Anmeldung der Personen und des Autos am Flughafengelände Frankfurt, warten auf die Abfertigung durch den Zoll und das Veterinäramt. Hat aber alles super funktioniert. Wieder zuhause startete dann die normale Eingewöhnung der Tiere wie sonst auch immer. Kleine Verständnisschwierigkeiten mit Afrika und die nicht so perfekte Packliste waren schnell vergessen und es sollte beim zweiten Import besser werden.

Im Juni 2014 starteten wir dann auch gleich den zweiten Import und die kleinen Schwierigkeiten beim ersten Import blieben weitesgehend aus. Die Kommunikation nach Afrika passte und wird immer besser! Die Tiere holten wir an einem Mittwoch in Frankfurt ab, o.k. das machen wir an diesem Wochentag nicht mehr, Wartezeit in Frankfurt bis zur Abfertigung 3,5 Stunden… Was sich später rausstellte, der Mittwoch ist Hauptkampftag in der Animal Lounge, gefühlt holte ganz Deutschland an diesem Tag Tiere aus der ganzen Welt dort ab. Aber man lernt ja nicht aus, dieser Tag ist also nicht der optimale Tag für einen Import.

Placidochromis phenochilus mdoka

Juli und August sind aufgrund der kalten Nacht-Temperaturen und des schlechten Wetters in Afrika nicht optimal für eine Einfuhr von Malawisee Cichliden nach Deutschland. Deshalb haben wir den nächsten Import für den September geplant. Nach jeweilieger 14-tägiger Quarantäne-Zeit werden die Fische dann auf unserer Stockliste erscheinen. Es können gerne vorab per Mail Anfragen nach speziellen Arten gestellt werden, mal schauen was sich machen läst. Nur werden wir keine Importlisten veröffentlichen oder weiterschicken. Auch werden wir unsere Anlage icht komplett mit Wildfängen bestücken. Unser Ziel ist es, kontinuierlich und qualitativ einwandfreie Cichliden aus dem Malawisee nach Deutschland zu importieren und diese Tiere in gute Hände abzugeben. und vielleicht ist da ja auch ab und zu was seltenes oder neues dabei…

Petrotilapia sp."yellow chin"
Aulonocara sp."chitande type north" bakiriwreck

Umbau auf automatischen Wasserwechsel im Zuchtraum

Nach dem wir im letzten Jahr unsere Anlage erweiterten, war uns natürlich klar, dass mehr Zeit für das typische „Saubermachen“ und Wasserwechseln der Anlage benötigt wird.
Unser Seitenkanlgebläse war noch ausreichend für die Erweiterung, da kamen keine Mehrkosten durch die weiteren Becken auf uns zu. Aber das Wasser wechseln in den zusätzlichen Aquarien schlug natürlich in der Jahresabrechnung und im Zeitfaktor stark ins Gewicht. Auf Grund der Tatsache, das wir bis dato einen Warmwasserwechsel durchführten, merkten wir das ganz besonders bei dem Stromverbrauch. Nach einer Strompreis Erhöhung Anfang 2013 und einer anstehenden Wassergebühren Erhöhung überlegten wir nun unsere Anlage noch effizienter zu gestalten. Durch den 2010 installierten Wärmeaustauscher konnten wir im Bereich Wärme so ohne weiteres nichts mehr modifizieren.
Der automatische Wasserwechsel war das, was wir anstrebten. In Intervallen kaltes Wasser in jedes Becken in einem kontrollierbaren Rhythmus zufügen, und „Altwasser“ über einen Überlauf wieder ableiten, ohne das Fische beeinträchtigt oder abgesaugt werden. Der Zulauf sollte schnell geplant sein.

Umbau Barschkeller 2013 auf automatischen Wasserwechsel
Gardena Micro Drip System

Ein Wasserhahn wurde zusätzlich installiert und die eigentliche Steuerung sollte in zwei verschiedenen Kreisläufen über ein Gardena Micro Drip System gesteuert und befüllt werden. Dieses System ist sehr flexible und obendrein auch noch kostengünstig. Der eigentliche Zulauf in das jeweilige Becken sollte über einen 4/6 mm Schlauch erfolgen. Das größte „Problem“ war der Ablauf. Ich kann jedem nur raten, falls eine Anlage geplant wird und über einen automatischen Wasserwechsel nachgedacht wird, die Becken vorher alle zu bohren… Das hatten wir natürlich nicht, da es früher kaum realisierbar und finanzierbar war.

Umbau Barschkeller 2013 auf automatischen Wasserwechsel
Umbau Barschkeller 2013 auf automatischen Wasserwechsel

O.k. Aquarien leer machen, raus bringen, bohren und wieder rein.
Wenn natürlich als Vollblut Aquarianer Tetris im Aquarienraum für fortgeschrittene gespielt wurde ist es nicht so einfach mal kurz die Becken rein und raus zu wuppen, deshalb am besten vorher Gedanken machenJ. Sei es drum nützte ja nichts, Becken mussten zum Bohren raus.

Bau des Abwassersystems
Umbau Barschkeller 2013 auf automatischen Wasserwechsel

Nachdem die Becken im Filterschacht hinter dem HMF System gebohrt waren, wurden die Tankverschraubungen Durchmesser 25mm installiert und das Standrohr (regelt den Wasserstand im Becken) eingebaut. Allerdings haben wir die innen liegenden Standrohre nur rein gesteckt und nicht verklebt, falls das Becken auf eine bequeme Art mal komplett leer gemacht werden soll. Der Kellerboden wurde aufgestemmt und der Anschluss für das Abwassersystem und ein zusätzlicher Bodenablauf wurden installiert. Von unten wurden alle Becken mit HT-Rohren verbunden und an das Abwassersystem angeschlossen.

frisch Wasser Zulauf
Umbau Barschkeller 2013 auf automatischen Wasserwechsel

Der Wasserzulauf wurde endgültig fertig gestellt und die ersten Testläufe konnten durchgeführt werden. Nach einer Woche testen läuft der automatische Zulauf jetzt zweimal am Tag in Intervallen, so dass die Temperatur in den Becken sich vor der nächsten Befüllung immer wieder auf ca. 24,5 Grad Celsius einpendelt. Die Wasserwerte sind super stabil und den Fischen bekommt es Augenscheinlich auch gut. Das nächste große Projekt wird der Umbau im Hauptkeller werden, ich freue mich … :-)

Das Eingewöhnen von Cichliden

Das Eingewöhnen von Cichliden:

Bekommt man Fische geschickt oder holt man Tiere selber, die über einen längeren Zeitraum in Tüten verpackt sind, sollte man diesen Tieren die Chance geben sich einzugewöhnen.

Cichlidenimport
Cichliden Import Barschkeller

Viele Händler verwenden als Zusatz im Wasser der zu verschickenden oder verpackten Tiere Wasseraufbereiter  als Zusatz, der das Wasser  färbt. Je nach Anbieter in der verschiedenen Farben.  Der Wasseraufbereiter dient dazu, die Fische ruhiger zu stellen und das Wasser stabiler zu halten.  Auf dieser Basis ist die Verwendung erlaubt. Allerdings ist reines „Beruhigungsmittel“ in Deutschland beim Fischversand verboten! Wir vom Barschkeller verwenden Fish Protector von Kordon.

Bei der direkten Eingewöhnung der Tiere ist die Temperatur ein sehr wichtiger Baustein! Gewöhnt man z.B. Aulonocara die im Beutel zu „kalt“ geworden sind, nicht langsam ran, ist meist Ichthyophthiriose (Weißpünktchenkrankheit) das Resultat. Das ist auch der Grund, weshalb wir nicht versenden, wenn die Nachttemperatur unter Null Grad Celsius fällt.

Cichlidenimport
Barschkeller Import von Cichliden

Was aber bei Tieren die lange unterwegs waren und im ungünstigsten Fall auch noch mit vielen Fischen in einer Tüte verpackt sind, noch wichtiger ist, ist das langsame „ran holen“. Das ist meist bei Wildfängen das Problem, jeder möchte die Fische so günstig wie möglich bekommen und eines der größten Kostenfaktoren ist der Versand, d.h. viel Fisch auf wenig Volumen setzten um Geld zu sparen… Die Fische haben durch den langen Transport das Wasser in der Tüte sehr stark belastet und nehmen die „Giftstoffe“ in Ihrem Blutkreislauf auf. Würde man solche Tiere direkt ins Becken packen, geht es rechts, links, oben, unten und tot (Nitirtvergiftung). Deshalb die Fische direkt mit der „Suppe“ aus dem Beutel in einen Behälter gießen, der im günstigsten Fall auch noch zusätzlich belüftet werden kann. Tüte auf, Fische mit Wasser aus dem Beutel in den Behälter und erst einmal warten (sollte der Behälter zu groß sein, ruhig nur die Tüte aufmachen und abwarten). Dann am besten in Intervallen über einen 4/6mm Schlauch immer wieder über einen längeren Zeitraum (je nachdem wie die Fische stehen) Aquarien Wasser dazugeben und den Tieren genügend Zeit zwischendurch geben, sich zu stabilisieren. So ein Vorgang kann sich beim Eingewöhnen von Wildfängen mal eben über 5 Stunden hinziehen.

Cichlidenimport
Das Eingewöhnen von Wildfängen

Was aber auch bei „neuen“ Fischen wichtig ist, ist die Fütterung! Wir halten es so, dass die Fische die wir versenden zwei Tage vorher nicht füttern (damit sie beim Versand nicht durch den Kot das Wasser im Beutel noch zusätzlich belasten) ich gebe meistens die Empfehlung dann noch zwei Tage mit der Fütterung zu warten, damit die Tiere erst einmal in Ihrer Umgebung zu Ruhe kommen. Man möchte ja auch nicht den Filterbakterienstamm des eigenen Aquariums überfordern wenn mehrere Tiere gleichzeitig neu eingesetzt werden.

„Frische“ Wildfänge sollten noch extremer und langsamer an das Futter herangeführt werden. Es ist darauf zu achten, dass nicht zu nährstoffreiches Futter in der Anfangszeit gefüttert wird, welches die Tiere noch gar nicht verarbeiten können.

Cichlidenimport
Das Eingewöhnen von Wildfängen

Und dann steht einer langen Freude an seinen neuen Tieren normalerweise nichts im Wege.

erweiterung der aufzuchtanlage vom barschkeller

Projekt 2012, Erweiterung der Aufzuchtanlage vom Barschkeller um 4350 Liter.

Wir betreiben zusätzlich zu unserer Verkaufsanlage einen Kellerraum in dem wir unsere eigenen Nachzuchten bis zum Verkauf groß ziehen. In diesem nicht für die Öffentlichkeit zugänglichem Keller ist noch ein wenig Platz… Aber das sollte sich ändern! :-)

Barschkeller Umbau 2012-1

In dem bisher nicht aquaristisch genutzten Teil des Kellerraums sollten nach genauen Berechnungen 4 einzelne Blöcke (mit insgesamt 16 Aquarien) Platz finden. Zuerst musste der Teil des Kellers, in dem die neuen Aquarienblöcke stehen sollten, ausgeräumt werden.

Barschkeller Umbau 2012-2

 

Nachdem das geschehen war wurde eine alte Zwischenwand, die damals als Abgrenzung zu Öltanks angelegt wurde, abgerissen. Die Wände wurden gespachtelt und gestrichen. Teile der Außenwand haben wir zusätzlich noch von innen gedämmt damit wir die Wärme (wir heizen ausschließlich über Raumheizung) im Raum halten können.

Barschkeller Umbau 2012-3

Ein Hintergrund für die rechten Becken wurde direkt auf die Wand angelegt. Nachdem diese Arbeiten fertig gestellt waren haben wir den Fußboden mit einem neuen Glanz versehen. Die neu geschweißten und mit Rostschutz Lack gestrichenen Stahlgestelle wurden eingesetzt und mit Bauten Schutz Matten, die als Beckenauflage dienen sollte, versehen.

Barschkeller Umbau 2012-4

Die bestehende Luftringleitung wurde modifiziert, erweitert und neue Anschlüsse wurden eingesetzt. Die Vorbereitung im Keller war so gut wie abgeschlossen, die Aquarien konnten kommen! Das Filtermaterial für die einzelnen Aquarien wurde geschnitten und ausgewaschen. Jetzt haben wir die Luftheber gebaut, die wir zum Betreiben der Filter benötigten. Nachdem die Aquarien geliefert wurden mussten wir nur noch die Filterscheiben abmessen, schneiden, bohren und anschließend einkleben. Bei den drei 500 Liter und den zwei 375 Liter Aquarien haben wir noch die Rückwände der Becken mit Binderfarbe in einem schönen Blau gestrichen.

Barschkeller Umbau 2012-4
Barschkeller Umbau 2012-5

Die Aquarien wurden in die Gestelle eingesetzt, die Filtermaterialien und die Luftheber eingebaut und angeschlossen. Nachdem wir die 4mm starken Makrolon Hohlkammer Platten, die wir als Abdeckscheiben nutzen, geschnitten haben, wurden die Becken befüllt. Nachdem wir die Aquarien mit lebenden Bakterienkulturen und mit zusätzlich gebrauchtem Filtermaterial „geimpft“ hatten konnten die Fische schon recht zügig einziehen.

Barschkeller Umbau 2012-6

 

Geschlechtsmerkmale bei Malawisee Cichliden

Afrikanische Buntbarsche aus dem Malawisee hinsichtlich Ihres Geschlechtes zu unterscheiden ist sehr häufig keine einfache Angelegenheit.

Hier gut zu erkennen beim Metriaclima sp. "zebra" Maison Reef
Hier gut zu erkennen beim Metriaclima sp. "zebra" Maison Reef

Gerade wenn man Tiere pflegt die sich optisch gesehen anhand ihrer Farbenpracht kaum voneinander unterscheiden wie zum Beispiel Labidochromis caeruleus oder Pseudotropheus demasoni. Die Unterscheidung hinsichtlich der Eiflecken in der Afterflosse lässt keinen Aufschluss darüber, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. Beide Geschlechter können je nach der Art oder Gattung Eiflecken aufweisen oder nicht. Bei vielen Arten sind die Rückenflossen und Afterflossen bei den Männchen spitz zulaufend, wobei bei weiblichen Tieren diese eher runder auslaufen. Das ist aber auch leider nicht bei allen Arten ein Kriterium der Unterscheidung. Bei vielen Mbuna Arten und auch bei einigen Arten der Gruppe Placidochromis ist das nicht der Fall. Allerdings geht die Brustbeflossung bei vielen männlichen Tieren einiger Mbuna- und verschiedener anderer Arten über den Ansatz der Afterflosse hinaus.

Hier zu erkennen beim Placidochromis sp. "jalo"
Hier zu erkennen beim Placidochromis sp. "jalo"

Generell ist eine Unterscheidung der Tiere ob männlich oder weiblich erst, je nach Gattung, ab einer gewissen Größe und eines gewissen Alters möglich. Das variiert teils sehr stark. Ein weiterer Aspekt ist das „drücken“ oder „dominieren“ vereinzelter Männchen gegenüber Artgenossen. Wir hatten zum Beispiel einmal ein Trio vom Aristochromis christy, wo wir von einem Verhältnis von 1 Männchen und 2 Weibchen ausgingen. Bei einer Größe von 15 cm hatte sich das eine Männchen schon schön gefärbt und seine Flossen gut spitz ausgeprägt. Die beiden anderen Tiere zeigten weder einen Ansatz von Farbe und die Flossenenden waren schön abgerundet. Nachdem ich das Männchen von den anderen Tieren trennte um den Weibchen Ruhe zu geben und einen Bauchansatz anzufüttern, fing eines der Tiere nach kürzester Zeit an sich zu färben…

Geschlechtsunterschiede bei Cichliden
Hier gut bei Copadichromis chrysonotus zu erkennen

Die beste Unterscheidung ist immer noch das „drunter gucken“. Dazu muss man die Tiere vorsichtig rausfangen um den Fisch zu drehen und sich ein Bild von der Unterseite des Fisches zu machen. Nie mit trockenen Händen die Tiere anfassen, vielleicht ist es auch ratsamer, sich Einweg Handschuhe anzuziehen, damit der Fisch nicht verletzt wird. Vom Kopf des Fischs her gesehen befinden sich zwischen den Afterflossen zwei Öffnungen, der After und dahinter die Genitalpapille. Bei kleineren Tieren ist eine Lupe zu empfehlen. Bei männlichen Tieren sind die beiden Öffnungen dichter beieinander und fast gleich groß, wobei bei den Weibchen die hintere, die Genitalpapille, größer ist. Wenn man anfängt sich mit dieser Methode der Bestimmung auseinander zu setzen, sollte man sich Weibchen, die schon getragen haben, zuerst einmal anschauen, denn dort ist es perfekt zu beobachten. Alles andere ist hinterher reine Übungssache.

Synodontis lucipinnis

Erfahrungen im Bereich der Zucht von Synodontis lucipinnis.
Vor einiger Zeit hatten wir uns einen 10er Stamm Synodontis lucipinnis (früher noch petricola dwarf)

Synodontis lucipinis (petricola dwarf)
Synodontis lucipinis (petricola dwarf)

von einem befreundeten Züchter zugelegt. Dieser Züchter berichtete uns, dass er die Tiere schon öfter mal bei der Eiablage beobachtet hätte, aber die Fische so futtergierig waren und die sehr kleinen Eier sofort wieder auffraßen.
Das war natürlich für uns ein Anreiz, die Nachzucht dieser Tiere zu versuchen. In Fachlektüren und im Internet fanden wir einige Zuchtberichte über diese Art, die wir natürlich sofort versuchten in die Tat umzusetzen. Es wurde ein 80 Liter Aquarium genommen und der Boden mit Glasmurmeln ausgelegt, denn es hieß, die Tiere würden ihre Eier dann nicht sehen oder erreichen. Nach einem erfolglosen halben Jahr haben wir den zweiten Versuch gestartet und die Murmeln durch groben Filterschwamm ausgetauscht – funktionierte bei uns leider auch nicht.

Synodontis lucipinnis (petricola dwarf) ca. 3 Wochen alt
Synodontis lucipinnis (petricola dwarf) ca. 3 Wochen alt

Nach weiteren erfolglosen Versuchen (starke Strömung, verschachtelte Steinaufbauten, etc.) gaben wir auf und verkauften die Tiere…
Da der Reiz aber zu groß war, diese Art nachzuzüchten, beschafften wir uns 13 neue Tiere. Ein 104 Liter Aquarium wurde freigemacht, als doppelten Boden eine Kunststoffplatte hineingeschnitten, im hinteren Drittel ca. 80 Löcher (8 mm) in die Platte gebohrt und diese ca. 4 cm über der Bodenplatte postiert. Über das letzte Drittel wo wie die Löcher bohrten bauten wir eine dunkele Höhle und warten ab. Die Überraschung war groß, als sich eines Tages sehr kleine, kaum zu erkennende Winzlinge unter der Platte tummelten. Es waren zwar nur 5-8 Stück, aber erste Erfolge waren zu erkennen. Als von diesen Nachzuchten aber nur 3 Stück groß wurden und der Rest wieder durch die Löcher nach oben in ihr Verderben schwammen, fanden wir das gar nicht so lustig. Es wurde ein Luftheber eingebaut, der das Wasser unter der Platte absaugte und in einen Aufzuchtbehälter, der am Beckenrand befestigt war, drückte. Zwei Tage später trauten wir unseren Augen nicht, als der Kasten voll mit sehr kleinen Jungtieren und Eiern war.

Synodontis lucipinnis (petricola dwarf)
Synodontis lucipinnis (petricola dwarf) im Alter von ca. 15 Wochen

Durch die starke Strömung in dem Aufzuchtbehälter verpilzten die Eier auch nicht und der Erfolg war umwerfend… Wir tauschten den Aufzuchtkasten gegen einen neuen, leeren aus und hingen den mit Jungtieren gefüllten in ein anderes Aquarium. In den ersten Wochen fütterten wir die Tiere mit Aufzuchtfutter und achteten darauf, dass kein Futter im Behälter übrig blieb. Wichtig ist die gute Durchlüftung. In der weiteren Aufzucht setzten wir die Tiere in ein separates Aquarium ohne Bodengrund um die Fische besser unter Kontrolle zu haben und das übrig gebliebene Futter besser absaugen zu können. Durch die Fütterung mit Mysis, Flockenfutter und regelmäßigen Wasserwechsel legten die Tiere rasch an Größe zu.

Copadichromis trewavasae likomo albino

Zufallszucht vom Copadichromis trewavasae likomo albino

Copadichromis trewavasae likoma
Copadichromis trewavasae likoma

Anfang 2006 erwarben wir 2 Männchen und 4 Weibchen als Wildfänge vom Copadichromis trewavasae likoma. Nach einer relativ kurzen Eingewöhnungsphase standen diese Tiere sehr gut und vermehrten sich. Im Laufe der Zeit hatten wir dann ca. 50 WFNZ (Wildfangnachzuchten) in einem 300 Liter Becken bis zum geschlechtsreifen Alter zum Verkauf großgezogen. Die tragenden Weibchen dieser Gruppe wurden aufgrund der eventuellen Geschwisterzucht nicht weiter zur Zucht genommen und wir ließen sie im Becken ausspucken. Es waren im Durchschnitt immer so drei bis fünf dominante Böcke, die sich bei der Besamung der Weibchen abgewechselt hatten.

Copadichromis trewavasae likoma albino Männchen
Copadichromis trewavasae likoma albino Männchen

Eines Tages hatten wir einen Kunden, der sich ein Verhältnis von einem Männchen und zwei Weibchen von den Wildfangnachzuchten zulegen wollte. Er entschied sich bei der Auswahl schnell für zwei tragende Weibchen, die schon ziemlich „reif“ (die im Maul sich befindenden Nachzuchten waren schon selbstständig lebensfähig) waren. Beim Herausfangen der Tiere „spuckten“ die beiden Weibchen ihre Jungtiere aus. Nun hatte ich die Jungtiere jeweils in einem Eimer und der Kunde nahm nur seine 1-2 Tiere ohne die Nachzuchten mit. Erst im Nachhinein viel mir auf, dass da etwas nicht stimmte. Das eine Weibchen hatte drei albinotische und das andere vier albinotische Nachkömmlinge ausgespuckt.

Copadichromis trewavasae likoma albino Weibchen
Copadichromis trewavasae likoma albino Weibchen

Ich gehe davon aus, dass aufgrund der Tatsache zwei Weibchen albinotische Nachzuchten trugen, eines von den Männchen das albinotische Gen in sich trug. Allerdings konnten wir das nicht mehr nachvollziehen, da recht schnell alle anderen Tiere auch verkauft wurden. Die sieben Albinos haben wir dann in einem Artbecken mit Flockenfutter großgezogen. Es kristallisierten sich vier Männchen und drei Weibchen heraus. Eines Tages war eins der Weibchen trächtig und ich wartete in voller Vorfreude auf das Ergebnis… es waren alles Albino-Nachzuchten.
Mittlerweile haben wir uns von den gesamten Tieren getrennt, was ich im Nachhinein bereue. Es sind auf Händlerlisten mal Tiere dieser Art aufgetaucht, wobei ich davon ausgehe, die entstammen aus unseren Ursprungstieren. Leider wurden uns diese Tiere nicht mehr angeboten. C´est la vie.